Sachsen-FDP kritisiert Evangelische Kirche für politische Einmischung

In der Donnerstagsausgabe der “Leipziger Volkszeitung” kritisiert der FDP-Landeschef Holger Zastrow die evangelische Landeskirche für ihre Einmischung in die Politik. Herr Zastrow wirft der Kirche vor, sie würde wie eine Partei agieren und sich über die Trennung von Staat und Kirche hinwegsetzen. Glaube und Religion seinen Privatsache und hätten nichts mir dem täglichen Leben und gesellschaftlicher Entwicklung zu tun (meine logische Fortsetzung seiner Argumentation).

Die Trennung von Staat und Kirche macht historisch gesehen ja schon Sinn, da Kirche sich in der der Ausübung seiner Macht in der Vergangenheit ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Und natürlich darf Kirche nicht an den Wählern vorbei als politische Partei agieren. Aber dazu hat Kirche meiner Meinung nach gar nicht die  Möglichkeiten. Aber Christen und auch Kirche kann und muss sich an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen, oder?

Vielleicht muss man diese zwei Instanzen hier auch klar trennen. Sollten sich Christen politisch engagieren und Kirche aus Meinungsbildung heraus halten?  Geht das überhaupt?

In dem von Zastrow konkret angesprochenen Fall geht es um Ladenöffnungszeiten an Sonn- und Adventstagen. In einigen Fällen hatte die ev. Kirche wohl mit Klagen die Ladenöffnung an Adventssonntagen verhindert. Wenn die Läden aber aufgrund von Gerichtsbeschlüssen geschlossen blieben, hat sich Kirche hier doch wohl zu Recht eingemischt. Nicht die Kirche hat das öffnen der Läden verhindert sonder ein deutscher RichterIn hat auf initiative der Kirche geurteilt. Kirche muss ja wohl für Einhaltung des Rechts einstehen dürfen.

Außerdem kritisiert er, dass sich die Kirche hier auf die Seite linker Gruppierungen stellt. Was soll das den für ein Argument sein. Mir scheint Herr Zastrow ist schon so weit in seinem politischen Fraktionsdenken gefangen, dass er schon gar nicht mehr merkt was es sagt. Wenn Kirche hier “zum Wohle der Gesellschaft” eine Meinung vertritt kann sie doch nicht anderer Meinung sein, nur weil “Linke” das auch sind. Mal ganz abgesehen davon, dass auch andere Gruppierungen wie die Gewerkschaft ver.di die Einstellung der Kirche zu Ladenöffnungszeiten teilen. Oder zählen Gewerkschaften für die FDP auch schon zu linken Gruppierungen.

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